Aktuelle Forschung

Hintergrund

Eine traumatisch bedingte Plexuslähmung kann zu schwerwiegenden Ausfällen des Schulter/Armkomplexes führen und gravierende Folgen für die Betroffenen nach sich ziehen. Da keine komplette Wiederherstellung der Funktion auf chirurgisch-medizinischem Wege meist nicht ermöglicht werden kann, geraten alternative Möglichkeiten, wie etwa die eines technisches Unterstützungssystems, in den Fokus. 

 

Forschungsschwerpunkt

Ein aktuelles Forschungsprojekt des Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (kurz IPA), in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart adressiert genau diesen Bedarf an technischen Unterstützungssystemen für Menschen mit Plexuslähmung. So wird hierbei die Hypothese untersucht, ob ein aktives am körpergetragenes Exoskelett/Orthese die (Re -)Habilitation von Betroffenen ermöglicht.

Neben der Entwicklung dieses Exoskeletts untersuchen wir auch Faktoren wie die Lebensqualität von Betroffenen oder die Wiedereingliederung in Arbeit und Gesellschaft

In einem ersten Schritt ist hierzu eine Analyse der Anforderungen und der Bedarfe der Nutzenden durchzuführen.

Einerseits haben wir hierzu im Sommer 2023 eine experimentelle Proband:innenstudie durchgeführt. Diese Studie ermöglicht uns eine Aussage über die Bedeutung der Schulterfreiheitsgrad für Bewegungen des alltäglichen Lebens. Die Erkenntnisse dienen als Basis für die technische Umsetzung des zu entwickelnden Exoskeletts. 

Zum anderen haben wir eine große Online-Studie konzipiert, welche sich Bedarfe der Anwender:innen analysiert. Im Rahmen einer quantitativen Delphi-Studie werden hierzu die Erfahrungen von fünf Expert:innen-Gruppen ermittelt. 

 

Die Expertise dieser fünf verschiedenen Personengruppen ist hierbei von besonderen Interesse für uns:

(a) Ärztliche Fachkräfte: (Neuro-)Chirurg:innen, Orthopäd:innen, Neurolog:innen

(b) Therapeutische Fachkräfte: Physio- und Ergotherapeut:innen

(c) Hilfsmittelversorger: Orthopädie Techniker:innen, Forschung/Entwicklung (Industrie, Universitäten, ...)

(d) Betroffene einer Plexuslähmung

(e) Sekundär Betroffene: Pflegepersonal und Angehörige